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Melatonin / Schlafhormon (Hormon)

(«Schlafhormon») Hormon aus der Zirbeldrüse, das fast ausschließlich nachts gebildet wird und an der Regelung des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt ist. Wird auch zur Therapie von Schlafstörungen (z.B. zur Linderung von Jetlags oder zur Unterstützung einer Lichttherapie) eingesetzt.

Hormon aus der Zirbeldrüse, das fast ausschließlich nachts gebildet wird und an der Regelung des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt ist. Wird auch zur Therapie von Schlafstörungen (z.B. zur Linderung von Jetlags oder zur Unterstützung einer Lichttherapie) eingesetzt.

QUELLE: Pschyrembel: KLINISCHES WÖRTERBUCH. Berlin; New York: de Gruyter (1994) / 23.02.2018


Über das Hormon Melatonin weiß die internationale Wissenschaft bisher nur wenig. Bekannt ist, dass es die Schlaf- und Wachfunktion des menschlichen Körpers in Abhängigkeit von den bestehenden Lichtverhältnissen regelt. Das Hormon unterstützt durch seine antioxidativen Eigenschaften auch die Arbeit des Immunsystems und wirkt vermutlich der Hautalterung entgegen

Allerdings: Das Hormon Melatonin ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kein Jungbrunnen. Bei einem Versuch mit Mäusen Ende der 1980er Jahre hatte sich die Substanz den Ruf erworben, weil mit Melatonin gefütterte Nager eine um 30 Prozent erhöhte Lebenserwartung hatten. Beim Menschen konnte ein solcher Effekt aber bis heute nicht nachgewiesen werden, so der Chronobiologe Jan-Dirk Faulteck aus Münster, der seit vielen Jahren zu Melatonin forscht. Auch der angeblich positive Effekt gegen den Jet-Lag bei Flugfernreisen ist demnach nicht ausreichend belegt. Deutsche Mediziner warnen deshalb davor, sich in amerikanischen Supermärkten oder über das Internet mit der Substanz einzudecken.


Aus der Homepage von "European Life Extension Institut" 

Dr. Rudman's Arbeit über menschliches Wachstumshormon begleiten andere Studien über andere Hormone die im Alter abnehmen. In dem Buch "The Melatonin Miracle" geschrieben von Dr. Walter Pierpaoli und Dr. William Regelson, empfehlen beide Ärzte besonders das Hormon Melatonin als einen Weg zu betrachten, viele altersbedingten Veränderungen zu stoppen oder sogar umzukehren. Dieser Ratschlag basiert auf 30 Jahren Forschung. Beide Ärzte sehen die Zirbeldrüse, die Drüse die das Melatonin produziert, als eine "alternde Uhr" an. Die Forschung hat ergeben, daß die Zirbeldrüse eine Warnung an den Körper gibt, daß er anfängt zu altern. Wenn diese Mitteilung einmal gemacht wurde, beginnt der Körper seine Abwärts-Spirale der zellartigen Veränderung. " Die Zirbeldrüse produziert und verarbeitet ein Hormon, daß Melatonin genannt wird. Melatonin ist von Kindheit an hilfreich beim Einrichten unserer täglichen Rhythmen. Werdende Mütter geben Melatonin über die Plazenta an ihre sich entwickelnden Kinder weiter. Obwohl Kleinkinder bis zu ihrem dritten oder vierten Lebtag nicht ihren eigenen Bedarf an Melatonin produzieren, ist Melatonin in der Muttermilch enthalten. Der Melatoninspiegel hat seinen Höhepunkt in der Kindheit. Während der Jugend fällt Melatonin, und löst eine Erhöhung von anderen Hormonen aus, die dafür dem Körper signalisieren, daß er in die Pubertät kommt. Während wir altern, nimmt unser Melatoninspiegel weiter ab, wobei der steilste Abfall ungefähr vom 50sten Lebensjahr an eintritt. Mit 60 produziert unsere Zirbeldrüse nur noch halb so viel Melatonin wie mit 20. So zufällig, wie der Melatoninspiegel fällt, fangen wir an ernstzunehmende Zeichen des Alterns zu zeigen. Wir nehmen an, daß diese Verminderung von Melatonin geschieht, und die abwärts Spirale bekannt als Altern eintritt, weil die Zirbeldrüse - die Altersuhr - zusammenbricht. Wenn die Altersuhr selbst anfängt Zeichen des Alterns zu zeigen, dann signalisiert sie den anderen Teilen des Körpers, daß es Zeit für sie ist, auch alt zu werden."^

 

 

 

 

Einfluss von Melatonin auf stressinduzierte Gedächtniseffekte

Projektleitung: Dr. phil. P. Wirtz, Prof. Dr. U. Ehlert
Projektmitarbeiter: M. Spillmann, C. Bärtschi
Kooperationspartner:
O.T. Wolf, U. Rimmele
Projektlaufzeit:
01.2005 - 12.2007

Psychosozialer Stress führt zu einer Aktivierung des sympathischen Nervensystems und der Hypothalamus-Hapophysen-Nebennierenrinden-Achse. Es gibt Hinweise darauf, dass die stressinduzierte Freisetzung von Stresshormonen bestimmte Gedächtniseffekte nach sich zieht. Zum einen wurde eine verbesserte Gedächtniskonsolidierung während Stress beobachtet, zum anderen scheint der Abruf zuvor gelernter Gedächtnisinhalte infolge Stress verzögert zu sein (impaired retrieval). In der vorliegenden Studie wird überprüft, ob die einmalige Gabe von 3mg Melatonin die bekannten stressinduzierten Gedächtnisprozesse beeinflusst und ob diese Beeinflussung im Zusammenhang steht mit einer veränderten Freisetzung von Stresshormonen des sympathischen Nervensystems und der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse nach Melatoningabe.

 

 

 

Melatonin

Hannelore Gießen, Apothekerin

Wirkstoff:

Hersteller:

Was ist Melatonin?

Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse, einem winzigen Teil des Zwischenhirns, produziert wird. Diese Drüse steuert über die Melatoninausschüttung den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers. Fällt tagsüber Licht ins Auge, wird die Ausschüttung des Hormons ins Blut eingestellt. Nachts, bei fehlendem Lichteinstrahl, wird Melatonin aus den Speichern abgegeben und kann seine schlaffördernde Wirkung entfalten. Dieses System ist bei Blinden gestört, aber auch bei Zeitverschiebungen bei Fernreisen und bei Schichtarbeit kommt es zu Verschiebungen im Melatonin-Haushalt. Bei alten, unter Schlaflosigkeit leidenden Menschen finden sich niedrigere nächtliche Melatonin-Spiegel als bei gleichaltrigen mit ungestörtem Schlaf.

Die Werbung schreibt dem körpereigenen Botenstoff phantastische Wirkungen zu: Das Zirbeldrüsenhormon wird in die Gruppe der Radikalfänger eingeordnet; es werden ihm ähnliche Effekte wie Vitamin E nachgesagt. Daher soll es gegen die Entstehung so unterschiedliche Erkrankungen wie Krebs oder Arteriosklerose wirken. Vermutet wird auch ein hemmender Einfluss auf den Sexualhormonhaushalt.

Was bringt Melatonin?

Schlaf

Bei Blinden, deren Netzhaut kaum oder gar kein Licht empfängt, liegt nachweislich ein Defizit an Melatonin vor. Damit fehlt ihnen der Zeitgeber für das Signal Schlaf. Bei solchen Personen mag die Einnahme von Melatonin einen Nutzen bringen.

In mehreren Kurzzeitstudien über Jetlag wurden Hinweise auf eine schlaffördernde Wirkung von Melatonin gefunden. Danach spricht etwa jeder zweite Mensch auf Melatonin an. Andere Studien wiederum konnten keine Wirkung belegen. Bisher fehlen auch eindeutige Dosierungsangaben, bei denen der Nutzen größer als die Risiken sind. Die Empfehlungen schwanken zwischen 0,5 und 5 Milligramm zur Schlafenszeit über 4 Tage nach Ankunft am Reisziel. Vorteil von Melatonin könnte sein, dass es nicht, wie herkömmliche Schlafmittel, den für die Erholung wichtigen REM-Schlaf (Rapid-eye-movement, Traumphasen) beeinträchtigt.

Anti-Aging

Der Körper stellt mit zunehmendem Alter weniger Melatonin her. Das führte zur Vermutung, dass Melatonin das Altern und altersbedingte Krankheiten beeinflusst. Bei Ratten und Mäusen steht eine verminderte Melatoninsekretion direkt mit einem beschleunigtem Altersprozess in Verbindung. Indem Melatonin durch Neutralisierung freier Radikale Zellschäden vermeidet und gleichzeitig auch die Immunantwort stärkt, werden Alterungserscheinungen möglicherweise gemindert. Allerdings könnte die altersbedingte Reduktion der nächtlichen Melatonin-Sekretion auch eine Konsequenz des Alterungsprozesses sein und nicht seine Ursache. Bislang gibt es keine Untersuchungen, dass Melatonin bei Menschen den Alterungsprozess beeinflusst.

Krebs

Über den Zusammenhang von Melatonin und der Tumorentstehung beim Menschen gibt es sehr widersprüchliche Daten. Die meisten Studien weisen auf eine Schutzwirkung von Melatonin hin. Niedrige Melatonin-Konzentrationen wurden bei Frauen mit Brustkrebs und bei Männern mit Prostatakrebs gemessen.

Experten warnen

Kurze Zeit eingenommen, wie bei Jetlag, gilt Melatonin zwar inzwischen als sicher. Die Risiken bei Langzeiteinnahme sind aber noch kaum untersucht. Über Nebenwirkungen können nur Vermutungen angestellt werden. Da der Körper das Melatonin von außen zugeführt bekommt, stellt er eventuell die eigene Produktion ein. Hinzu kommt, daß es bisher keine streng geprüften Arzneimittel gibt, sondern nur kaum kontrollierte Nahrungsergänzungsmittel. Welche Produkte qualitativ gut sind, ist selbst für Fachleute schwer festzustellen. Auch ist die Halbwertszeit des Melatonins selbst zu kurz um therapeutisch angewandt zu werden. Moderne Formulierungen halten die Konzentration im Blut über sechs Stunden auf einem Niveau, das Schlaf verspricht.

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die Einnahme für Epileptiker und Parkinsonpatienten, sowie für Menschen die Blutgerinnungshemmer einnehmen, nicht ungefährlich ist. Auch ist durch die vermehrte Bildung weißer Blutkörperchen die Gefahr einer Leukämie erhöht.

Einige Hersteller bieten seit kurzer Zeit Kosmetika mit Melatonin an. Auch hiervor sei gewarnt, da ein Nutzen nicht nachgewiesen ist und das Melatonin möglicherweise auch über die Haut ins Blut gelangt und unerwünschte Nebenwirkungen hervorruft.

Europa schützt Verbraucher mehr als USA

Melatonin ist eine Hormon und Hormone werden in Europa als Arzneimittel eingestuft, da sie einen erheblichen Einfluss auf den Körper haben. Da kein Hersteller bisher Studien vorlegt hat, in denen Nutzen und Risiken von Melatonin-Präparaten ausreichend dokumentiert sind, gibt es zur Zeit kein offiziell zugelassenes Arzneimittelpräparat in Europa.

Die auf dem Markt befindlichen Präparate stammen aus Übersee, meistens aus Amerika, wo Sie nicht als Hormon, sondern als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft werden und in Drogerien frei verkauft werden können. Aber auch die Einfuhr dieser Produkte ist in Deutschland nur auf Rezept durch eine Apotheke zulässig.

Die freizügigere Haltung in den USA, liegt allerdings nicht an einer positiveren Einschätzung der Substanz, sondern an einer, von Europa abweichenden rechtlichen Situation. Sehr zum Leidwesen der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration). Die Lobbyisten der Nahrungsergänzungshersteller hebelten 1994 das in den USA seit 1985 bestehende Verbot des freien Verkaufs auf, weil Nahrungsergänzungen definitionsgemäß die Nahrung ergänzen und keine Krankheiten heilen sollen. Was die Hersteller allerdings nicht daran hindert illegal im Internet und in Broschüren, die getrennt (!) von ihren Produkten verteilt werden, die Heilwirkungen ihrer Präparate auszuloben.

Seitdem muss die Arzneimittelbehörde FDA nun, bevor sie ein Nahrungsergänzungsmittel verbieten kann, selbst nachweisen, dass es Schaden anrichtet. Im Gegensatz dazu muss in Europa der Hersteller belegen, dass sein Produkt nicht schädlich ist, bevor es auf den Markt darf. Allerdings ist die innereuropäische Zusammenarbeit noch nicht soweit gediehen und so kursieren auch in Deutschland immer wieder illegale Nahrungsergänzungsmittel, deren Hersteller im benachbarten Ausland sitzen und rechtlich nicht fassbar sind.

Illegal werden Melatonin-Präparate ohne Rezept auf dem grauen Markt der angeboten. Falls Sie vom Angebot eines illegalen Internet-Angebots Gebrauch machen, bedenken Sie:

Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es werden nur klinisch bedeutende Informationen aufgeführt. Die Beschreibung ist neutral und basiert auf der vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) anerkannten FACHINFORMATION. Die Informationen stellen keine Empfehlung oder Bewerbung des Präparates dar. Sie ersetzen auch nicht die fachliche Beratung durch einen Arzt

 

 

 

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